19. Januar 2009 | Rezepte

Grünkohl, die ostfriesische Palme

Für mich hat jede Jahreszeit ihr eigenes Lieblingsgericht. Zur Zeit ist es Grünkohl (in gekochter Form regional auch Braunkohl genannt), das Nationalgericht der Niedersachsen. Grünkohl isst man nur im Winter, nachdem es den ersten Frost gegeben hat. Im Januar gibt es in kulinarischer Hinsicht wohl kaum etwas schöneres, als sich nach der Rückkehr von einem Spaziergang in klirrender Kälte an einer ausladenden Grünkohltafel wieder aufzuwärmen.

Grünkohl – Ostfriesische Palmen

Zum Grünkohl gibt es – neben festkochenden Salzkartoffeln – Brägenwurst oder andere Mettwürste, geräucherten Bauchspeck, manchmal auch Kassler, und speziell im Oldenburger Raum Pinkel – ein ausgesprochen herzhaftes Essen also. Grünkohl ist übrigens eines jener Gerichte, die immer besser schmecken, je öfter sie aufgewärmt werden. Deshalb kocht man am besten immer gleich für zwei Tage.

Rezept / Zutaten für 4 Personen

  • 1,5 bis 2 kg Grünkohl
  • 4 Scheiben geräucherter Bauchspeck
  • 5 Mettwürste
  • 1 Gemüsezwiebel
  • ca. 150 g Gänse- oder Schweineschmalz
  • 1 TL Senf
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Den Grünkohl von den Stengeln rupfen, gegessen werden nur die krausen Blätter. Die Spüle voll Wasser laufen lassen, den Grünkohl darin waschen und dabei in kleinere Stücke zerrupfen.

Zwischendurch die kleingehackte Zwiebel (haben sie keine Gemüsezwiebel, tun es auch zwei bis drei normale) in einem großen Topf in dem Schmalz weichdünsten.

Den Grünkohl aus der Spüle nehmen, gut ausdrücken und in den Topf geben. Ungefähr 10 Minuten schmoren lassen, gelegentlich umrühren, bis er etwas zusammengefallen ist.

Das Geheimnis der fünften Mettwurst
Jetzt kommt der Bauchspeck und eine der Mettwürste hinein. Diese Mettwurst stechen Sie rundherum mit dem Messer an. Sie wird zwar am Ende völlig trocken sein und deshalb nicht mehr ganz so gut schmecken, dafür hat sie aber ihren ganzen leckeren Geschmack an den Grünkohl abgegeben. Salzen, pfeffern und zugedeckt bei kleiner Hitze schmoren lassen. Zwischendurch kontrollieren, ob das ganze nicht zu trocken wird und gegebenenfalls ganz wenig Wasser hinzugeben.

Nach ca. einer Stunde die restlichen Mettwürste dazu geben und weitere 30 Minuten schmoren lassen. Den Senf unterrühren, noch mal abschmecken und mit Salzkartoffeln servieren.

Dazu trinkt man Bier und – weil das Gericht sehr mächtig ist – zwischendurch einen klaren Schnaps.

Tipp
Idealerweise ist nach dem Ende der Garzeit sehr wenig Flüssigkeit im Topf. Wenn es aber zuviel ist (und nur dann!), nehmen Sie zum Binden ein bis zwei Esslöffel Haferflocken, die dann noch 10-15 Minuten mitkochen müssen.

Foto: cc Michael Preidel

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